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Verhalten von Radfahrenden in komplexen Interaktionen auf Landstraßen

Bundesanstalt für Straßenwesen

Beschreibung

Ausgangslage: Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 445 Radfahrende im Straßenverkehr getötet – Tendenz steigend. Rund 40 Prozent dieser tödlichen Unfälle ereigneten sich auf Landstraßen. Vorangegangene Studien zeigen, dass insbesondere Abbiege- sowie Einbiege-/Kreuzen-Unfälle außerorts häufig auftreten und eine hohe Schwere aufweisen. Ebenso steigt die Anzahl schwerer Unfälle mit Pedelecs. Darüber hinaus wird die Anzahl und Länge von Radschnellwegen im Außerortsbereich zukünftig weiter ansteigen und zu einer höheren Verkehrsleistung im Radverkehr führen. Diese darf nicht vermehrt mit Konflikten an Knotenpunkten einhergehen. Bisher ist unzureichend untersucht, welche fehlerhaften Verhaltensweisen im Zusammenspiel mit der Infrastruktur zu diesen Unfällen führen. Ziel und Nutzen: Ziel des Forschungsvorhabens ist es, vertiefende Informationen zu Interaktionen in unfallträchtigen Situationen an Knotenpunkten und beim Queren der Fahrbahn durch Radfahrende außerorts zu gewinnen. Auf dieser Basis sollen konkrete Handlungsempfehlungen zur Reduktion von Unfallzahlen entwickelt und in nationale Regelwerke integriert werden. Im Projekt wird eine kombinierte Kfz- und Fahrradsimulatorstudie durchgeführt, um mikroanalytisch das Erleben und Verhalten beider Verkehrsteilnehmendengruppen in kritischen Interaktionen zu untersuchen. Hierzu werden der Fahr- und Fahrradsimulator der BASt zu einem Multi-Mode-Simulator vernetzt. Neben verkehrstechnischen Aspekten werden individuelle Einflussfaktoren wie Persönlichkeit, Einstellungen und soziodemografische Merkmale berücksichtigt. Die gewonnenen Daten schaffen eine belastbare Basis zur Modellierung kritischer Interaktionsmuster zwischen Rad- und Kfz-Fahrenden auf Landstraßen. Durch gezielte Variation in der Simulation können konkrete Empfehlungen zur Gestaltung von Knotenpunkten oder Überleitungsstellen abgeleitet werden, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Bevorrechtigung des Radverkehrs in den Regelwerken. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit und Attraktivität des Radverkehrs auf Landstraßen und unterstützt die Ziele des Verkehrssicherheitsprogramms des Bundes.

Auftraggeber
Bundesanstalt für Straßenwesen
Sitz des Auftraggebers
Nordrhein-Westfalen · Bergisch Gladbach
Erfüllungsort
Nordrhein-Westfalen · Bergisch Gladbach
Abgabefrist
—
Veröffentlicht
15. Juli 2026
Geschätzter Wert
252.100,84 EUR
Verfahren
—
Portal
oeffentlichevergabe.de

CPV-Codes

73000000

Bekanntmachung

Die Original-Bekanntmachung auf dem Portal des Auftraggebers.

Quellehttps://oeffentlichevergabe.de/ui/de/search/details?noticeId=b540d4e2-8543-4ee2-b2e9-d4df797259e0&lotId=LOT-0000

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